Durbanville

Durbanville ist eine Kleinstadt, etwa 30 Kilometer nördlich von Kapstadt gelegen. Sie liegt in den sogenannten Tygerberg Hills, einer bergigen Landschaft, welche vor allem als Weinbaugebiet bekannt ist. Dieser Höhenzug erhielt seinen Namen, als die ersten Kolonisten Mitte des 17. Jahrhunderts die Berge um den heutigen Durbanville in fleckenartigen Mustern sahen. Da die Europäer zum damaligen Zeitpunkt noch keine Kenntnis im Unterschied der verschiedenen Raubkatzenarten hatten und sowohl Leoparden, als auch Geparden gar nicht bekannt waren, nannten die zumeist niederländischen Migranten diese Gegend einfach Tijgerbergen (Tigerberge). Auch heute noch kann dieser phantastische Anblick bestaunt werden. Hervorgerufen wird dieses Phänomen durch den einzigartigen Pflanzenbewuchs dieser Hügel. Sie sind vielfach mit Renosterveld, eines einheimischen Pflanzentyps, der dem europäischen Heidekraut etwas ähnelt, bewachsen. Wütet nun ein kleines, aber relativ ungefährliches Buschfeuer, so wächst an diesen Stellen am schnellsten wieder Pflanzenreich nach, besonders in unmittelbarer Nähe von Termitenhügeln. Denn diese weitverbreitete Insektenart schleppt allerlei Zweige, Blätter und andere Pflanzenteile in die unterirdischen Nester. Dadurch wird die Erde sehr gut gedüngt und bietet so optimale Bedingungen für einen guten Pflanzenbewuchs. Da dies nur an bestimmten Stellen stattfindet, wirken die Berge fleckenartig. Überhaupt ist die Flora des Kaplandes einzigartig. Mit etwa 800 bekannten Arten, zählt sie, bezogen auf die kleine Fläche des Gebietes zu der artenreichsten auf der Welt. Es gibt in der nähe Durbanvilles auch Naturparks, in denen der Besucher die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Kaps bestaunen kann.

Durbanville ist aber wie bereits erwähnt ein Weinbaugebiet von Weltruf. Zahlreiche Weine, die aus Südafrika stammen, werden aus Trauben der Weinberge Durbanvilles gekeltert. Die Weinfarmen des Ortes sind deshalb Anziehungspunkte für Touristen und Ausflügler aus dem nahen Kapstadt. Wein aus Durbanville gilt unter Kennern als besonders guter Tropfen, da die Nähe des Atlantiks, sowie der häufige Morgentau beste Bedingungen für das Wachstum der Reben ermöglichen. Gerade der Rotwein aus Durbanville erfreut sich landesweit hoher Beliebtheit. Doch auch für die Unterhaltung und Versorgung der Touristen und der einheimischen Bevölkerung existieren einige Einrichtungen. Ein Einkaufszentrum, einige Bars und Diskotheken, sowie Restaurants sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung und geben Durbanville auch ein Nachtleben.

Das Tygervalley-Einkaufszentrum, sowie das Willowbridge-Einkaufszentrum lädt zudem zu Shoppingtouren mit einem sehr freundlichen Ambiente ein.

Besiedelt wurde die Gegend des heutigen Durbanville um 1650, als niederländische Kolonisten aus Platzmangel in der Table Bay und auf dem übrigen Gebiet des heutigen Kapstadt weiter nördlich ausweichen mussten. Veranlasst wurde dies von Jan van Riebeeck, dem damaligen Verwalter der niederländischen Kapkolonie.

Für die Niederländer war Kapstadt ein extrem wichtiger Stützpunkt für die Ostindienflotte. Den das Kap der guten Hoffnung lag genau auf der Route zu den sogenannten Gewürzinseln, dem heutigen Indonesien.

Die damalige Pampoenkraal-Siedlung blieb bis etwa 1820 ein Verbund von Farmen. Vor allem Schafe wurden dort gehalten. Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen die rivalisierenden britischen Kolonialherren mehr und mehr an Macht. Bereits schon in den 1830er Jahren nannte man den Ort D'Urban. Um 1860 waren bereits schon so viele britische Einwanderer in den Ort gekommen, dass die englische Sprache beherrschend wurde. Ebenso brachten die Neuankömmlinge verschiedene kulturelle Neuerungen aus der Heimat mit. So beispielsweise die englische Küche. Aber auch Sportarten wie Cricket, Rugby und später natürlich auch Fussball.

Zumeist waren die britischen Kolonisten einfache Handwerker, vor allem Wagenhersteller und Schmiede.

1886 erhielt der Ort dann seinen bis heute gültigen Namen Durbanville. Auch die umliegenden Berge wurden von den Tijgerbergen in die Tygerberg-Hills umbenannt. Vier Jahre später zog mit der Fertigstellung der Telegraphenlinie langsam die Moderne in Durbanville ein. In dieser Zeit begannen einige Bewohner des Ortes mit dem Weinbau, der bis heute neben dem Tourismus der stärkste Wirtschaftszweig Durbanvilles ist. Aber auch als Standort von Dienstleistungsbetrieben, kleineren Industriebetrieben und anderen Einrichtungen hat sich Durbanville in den letzten Jahren einen Namen machen können.